Warum das Profilfoto so wichtig ist und wie man es besser machen kann

Profilfotos. Das immer wiederkehrende Konterfei von Facebook Freunden, der Beginn oder das Ende einer gemeinsamen Lebensgeschichte auf Dating-Portalen, oder die langersehnte Einladung zum Jobinterview. Solange man einen Menschen nicht persönlich kennengelernt hat, interpretiert man alles in das eine Bild, das man von einer Person hat. Es wird eingeschätzt, analysiert und fantasiert wie sympathisch, kompetent oder durchsetzungsstark eine Person wohl ist. Und manchmal verliebt man sich auch in ein Bild und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Innerhalb von 0,004 Sekunden so die Wissenschaft.

Und obwohl das alles hinreichend bekannt ist und man als Fotograf damit einen großen Teil der Aufträge reinholt, ist eines häufig festzustellen: Dass auf den Webseiten der Fotografen entweder ein Profilbild gänzlich fehlt oder es in einer Qualität aufgenommen wurde, die man an den eigenen Kunden nicht ausliefern würde.

Es mag der Zahnarzt selbst nicht die besten Zähne haben aber welche Begründung gibt es, warum der Fotograf nicht ein Foto von sich auf die Webseite stellt, das Kompetenz, Sympathie und Freude am Beruf ausdrückt?

Was für Bewerbungen, Dating-Portale und Politiker im Wahlkampf gilt, soll also für Fotografen nicht gelten?

Auf Fotografen365.com wird das Profilfoto der Fotografen an verschiedenen Stellen prominent herausgestellt. Fotografie ist eine Vertrauenssache und da kann ein gewisser Vorschuss durch ein freundlich wirkendes Profilfoto den Unterschied machen, ob eine Ansprache statt findet oder nicht.

Die Abteilung Psychologie der Universität von York in England hat sich 2014 des Themas angenommen und eine umfangreiche Analyse unter dem Titel „Modeling first impressions from highly variable facial images“ veröffentlicht. Auch wenn die Lektüre der wissenschaftlichen Ergebnisse etwas mühsam ist, so lassen sich doch viele gute Anregungen mitnehmen.

„First impressions of social traits, such as trustworthiness or dominance, are reliably perceived in faces, and despite their questionable validity they can have considerable real-world consequences.“

Etwas schneller geht das auf der Webseite PhotoFeeler, die von der Software Spezialistin Ann Pierce und dem Mathematiker Ben Peterson 2014 in Boulder, Colorado ins Leben gerufen wurde. Hier lädt man sein Profilbild hoch und lässt es von der Community nach drei Kriterien bewerten. Dahinter stecken intelligente Algorithmen, die auf aktuelle Forschungsergebnisse der Psychologie zurückgreifen.

Das Programm unterscheidet zwischen Fotos für Business, Social und Dating und bewertet die empfundene Kompetenz, Sympathie und den Einfluss einer Person basierend auf einem Profilfoto.

PhotoFeeler macht Spaß, ist dazu kostenlos und gibt eine Menge guter Ideen auf dem Blog, die nicht nur für das eigene Profilbild hilfreich sind, sondern auch für die Arbeit mit Kunden.

Also, wer noch kein ordentliches Profilbild von sich bei Fotografen365.com hochgeladen hat, der sollte das jetzt machen. Wenn jemand schöne Bilder machen kann, dann ja wohl wir Fotografen. Und die Ausrede „Ich bin aber nicht fotogen“ lassen wir ja auch bei Kunden nicht gelten.

Es bleibt festzuhalten:

Als Fotograf kein oder nur ein schlechtes Profilbild von sich hochzuladen, ist wie sein Auto nicht durch die Waschstrasse zu fahren, bevor es auf dem Gebrauchtmarkt verkauft werden soll.

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